
Direktes Reisen ohne den Flughafen-Stress: autonome Autos haben viele Vorteile. (Foto: iStock.com/AlealL)
Es gibt viele Visionen für die Zukunft des Transports. Viele erinnern jedoch eher an Science-Fiction-Fantasien als an unsere nahe Zukunft. Viel realer sind dagegen autonom fahrende Autos. Bereits Daimler, BMW und zuletzt VW haben ihre Konzepte für fahrerlose, vollautomatische Fahrzeuge vorgestellt. Experten rechnen damit, dass in zehn bis fünfzehn Jahren viele solcher autonom fahrenden Fahrzeuge auf unseren Straßen unterwegs sein werden. In den USA sollen bis zum Jahr 2050 sogar alle Autos in der Lage sein, die Passagiere selbstständig von A nach B zu bringen. Der amerikanische Transport-Experte Devin Lidell äußert sich in einem Artikel auf Co.Design, herausgegeben vom Business-Magazin Fast Company, über das Thema. Er ist sich sicher: Diese enorme Umstellung wird sich nicht nur auf den Straßen bemerkbar machen, sondern auch in der Luft.
Weniger Kurzstreckenflüge
Denn gerade für inländische Kurzstreckenflüge sind selbstfahrende Autos eine echte Alternative: Kein umständliches Anreisen zum Flughafen, kein Schlange stehen am Check-In, keine hohen Parkgebühren am Flughafen. Stattdessen einfach einsteigen, zurücklehnen und einen Film schauen und direkt am Ziel ankommen - und das in der selben Zeit. Besonders in den USA, in denen das Zugnetz nur schlecht ausgebaut ist, wären selbstfahrende Fahrzeuge für Reisende sehr attraktiv.
Doch auch im staugeplagten Deutschland könnte es bald Alternativen geben. Pläne gibt es viele. Wie das neue Hochgeschwindigkeitstransportsystem „Hyperloop“, in dem Passagiere auf Luftkissen in einem Röhrensystem schneller als mit dem Flugzeug unterwegs sind. Oder das vom Flugzeughersteller Airbus entwickelten Flugauto Pop.Up. Pop.Up ist ein selbstfahrendes Auto, das mit einem andockbaren Quadrokopter zur selbstfliegenden Drohne wird und einfach über den Stau hinwegschweben kann.
Sowohl Pop.Up, als auch Hyperloop sind keine Zukunftsspinnereien. Lufthansa hat bereits mit Hyperloop über die Ablösung von innerdeutschen Flugstrecken wie München-Hamburg gesprochen. Und auch für Pop.Up gibt es mögliche Einsatzbereiche unter anderem in direkter Verbindung mit dem Flugbetrieb. Das Video zeigt, wie das Konzept-Car in mit in die Flughafen-Abläufe integriert werden könnte.
What It Will Feel Like To Fly In 2030 von FastCompany
Flughäfen müssen nachziehen
Doch der Siegeszug von autonomen Autos hat noch weitere Folgen, so der Experte Devin Lidell. Die Annehmlichkeiten der selbstfahrenden Autos bringen die Flughäfen unter Zugzwang. Sie werden mehr Service liefern und sich den Passagieren anpassen müssen. Warteschlangen sollen durch Automatisierungen und personalisierte Abläufe abgeschafft werden. So könnte das einmal erfasste Gesicht des Passagiers als Identifikationsmittel genügen und automatisch gescannt werden. Warteschlangen am Check-In und am Boarding könnten so der Vergangenheit angehören. Und um das Gepäck könnten sich Roboter kümmern.
Ideen, das Fliegen angenehmer und einfacher zu gestalten, gibt es viele. Da die Airlines glücklich sind mit dem Status Quo, wird es doch dauern, bis sich Neuerungen durchsetzen. Auch werden wohl nur einzelne Ideen wirklich umgesetzt. So könnte die automatische Gesichtserfassung Datenschützern nicht gefallen und der tödliche Unfall eines Teslas im vergangenen Jahr zeigt, dass die Technologie weder unfehlbar noch gänzlich unumstritten ist. Doch dass die selbstfahrenden Autos keine Science-Fiction-Fantasie sind und Auswirkungen auf unsere Art zu reisen haben werden, das ist so sicher wie das „Beam-me-up“ in Star Trek.
Hinterlassen Sie einen Kommentar
Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.